Niedersachsen sollte endlich seine geologische Fachkompetenz nutzen

welt_2Beteiligung an der ergebnisoffenen Suche

Laut WELT vom 09.03.2013 sagte Ministerpräsident Weil anlässlich des Besuchs von Bundesumweltminister Altmaier in Hannover:

Niedersachsen wird sich bei einer nationalen und ergebnisoffenen Suche sehr engagiert beteiligen.

Entschärfung des Gorleben-Dilemmas durch Fachkompetenz des Landes

Um das Gorleben-Dilemma anzugehen, sollte das Land Niedersachsen mit dem landeseigenen Sachverstand die ergebnisoffene Suche vorbereiten. Diese Fachkompetenz  liegt beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Das LBEG ist eine dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr nachgeordnete Fachbehörde, ist also nicht von Weisungen des Bundeswirtschaftsministeriums abhängig.

Untersuchungswürdige Standorte nach Gorleben-Kriterien von 1977

Die Vorbereitungsarbeiten könnten darin bestehen, die in Niedersachsen liegenden Standorte, die ebenfalls den Gorleben-Auswahlkriterien von 1977 genügen, zu benennen und zu charakterisieren. Die Kriterien sind zu finden in der Bundestagsdrucksache 8/3082 auf Seite 6.

Untersuchungswürdige Salzstandorte

Zu den nach diesen Kriterien untersuchungswürdig einzustufenden Salzvorkommen sind nach der Salzstudie der BGR folgende zwölf farbig markierte Standorte.

NameNutzung, BohrungenGrößeTiefe SalzspiegelGrundwasserschutz
Baccumgroßflächig
Bahnsenjaungünstig
Bersenbrück (Alfhausen)
Bippen (Ohrte)
Damme
Eitzendorf
Harsefeldja
Herzlake (Haselünne)
Lohne
Neusustrum
Oberlager Tengejazu kleinungünstig
Schneflingen
Stemmen-Otter-Todtshornungünstig
Taakenja
Thedingshausen (siehe auch Emtighausen)
Volkwardingenja
Vorhop
Wahn
Weesen-Lutterlohungünstiggroßflächig
Wittingenja
Zwischenahn

Untersuchungswürdige Tonstandorte

Untersuchungswürdige Kristallinvorkommen liegen nicht in Niedersachsen. Bei Ton ergibt sich nach der Tonstudie folgendes Bild.
standorte_3Von den untersuchungswürdigen Tonvorkommen liegen etwa 56 Flächen mit notwendiger Endlagergröße in Niedersachsen.

 69 Standorte charakterisieren

Die erste Aufgabe wäre also, neben Gorleben die zwölf anderen Salzstandorte und etwa 56 Tonstandorte zu charakterisieren. Im zweiten Schritt  sollte der Versuch gemacht werden, die Standorte nach dem derzeitigen Wissen nach Endlagereignung zu sortieren. Weiterhin sollte herausgearbeitet werden, an welchen Standorten noch welche bisher unbekannten Daten wichtig für eine Einstufung sind.

Weiterhin sollten die Erfahrungen mit der Auswertung von Daten in einer zusammenhängenden zeitgemäßen Art in Form von 3D-Modellen aus dem Projekt Geologische Charakterisierung tiefliegender Speicher- und Barrierehorizonte genutzt werden.

 Aufbrechen der parteipolitisch-taktischen Gespräche

So würde man von den allein parteipolitisch-taktischen Gesprächen zwischen Bund und Land herunterkommen und die dem Lande zur Verfügung stehende geologische Fachkompetenz einbringen.

Dies wäre ein guter praktischer Hinweis, wie auch die anderen Bundesländer vorgehen können.

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