„Endlager Suhl“ zeigt die Kommunikationsdefizite

suhlEndlagersuhl.de

Seit einiger Zeit hat sich unter www.endlagersuhl.de eine „Bürgerinitiative“ für die Region um Suhl als Standort für ein Endlager im Sinne des Standortauswahlgesetzes ausgesprochen. Das brachte eindeutige Reaktionen hervor, die klar zeigen, wo wir in der Bundesrepublik Deutschland mit der Kommunikation über die Langzeitlagerung von radioaktiven Abfällen stehen.

Geheimverhandlungen mit Risikokommunikation nicht vereinbar

Wenn eine Bund-Länder-Kommission über fast zwei Jahre hinweg in geheimen, parteipolitisch orientierten Deals ein Standortauswahlgesetz ausklüngelt, werden wesentliche Grundlagen der Risikokommunikation – wie sie seit Jahrzehnten bekannt sind – sträflich verletzt. Das war keine ehrliche und faire Herangehensweise! Die BürgerInnen müssen sich gegen solch eine Vereinnahmung wehren.

Nur Transparenz und Offenheit schaffen Vertrauen

Die Suche nach einem Standort für ein Langzeitlager für Atommüll muss transparent und offen gestaltet werden. Die BürgerInnen müssen von Anfang an aktiv einbezogen werden. Das kostet viel Mühe, aber ist notwendig für ein Ergebnis, das auch von der Bevölkerung getragen wird. Reine aufgesetzte Aktionen zur Beteiligung zwecks Akzeptanzbeschaffung werden schnell entlarvt und führen zur weiteren Zerstörung des Vertrauens in staatliche Organe in der Frage der Atommülllagerung.

Hoffnung auf die Kommission?

Insofern waren die Geheimverhandlungen zum Standortauswahlgesetz kontraproduktiv und haben Deutschland in dieser Frage wieder um einige Jahre zurückgeworfen. Ob das die Kommission Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe wieder auffangen kann, erscheint mehr als fraglich.

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