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Das Interview

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In einem Interview der ZEIT mit dem Titel Die Welt in einer Million Jahren äußert sich der Umweltminister von Schleswig-Holstein Robert Habeck zu der Frage der Rückholung bei der Langzeitlagerung von radioaktiven Abfällen. Habeck ist Mitglied der Endlagerkommission.

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In einer Pressemitteilung mit dem Titel www.keineahnung.de? weist die BI Lüchow-Dannenberg auf einen fatalen Fehler in diesem ZEIT-Artikel hin. Sie stellt richtig, dass in das Bergwerk Gorleben bisher noch keine radioaktiven Abfälle eingelagert worden sind. Deshalb kann auch nicht gesagt werden:

Dann spricht doch nichts dagegen, den Müll weiter in Gorleben einzulagern.

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Vorher gibt Habeck folgendes Statement ab:

Als Mitglied der Endlagersuchkommission, deren Auftrag grundsätzlich ethisch ist, würde ich es begrüßen, wenn die Kommission und die Parteien, auch meine eigene, das Thema neu diskutieren, statt die alte Grundannahme der Bundesrepublik, nämlich sicherer Einschluss, fortzuschreiben.

Herr Habeck hat offensichtlich die Endlagerdiskussion der letzten 12 Jahre – nach den AkEnd-Empfehlungen von 2002 – in der Bundesrepublik nicht mehr verfolgt. Es geht nicht mehr darum ein sicheres Endlager zu finden, sondern lediglich einen

Standort für eine Anlage zur Endlagerung nach § 9a Absatz 3 Satz 1 des Atomgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland zu finden, der die bestmögliche Sicherheit für einen Zeitraum von einer Million Jahren gewährleistet. (§ 1 Abs. 1 StandAG)

Die Grundannahme des sicheren Einschlusses ist also längst fallen gelassen worden.

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Weiterhin liest man folgende Aussage von Herrn Habeck:

Das Hauptargument derer, die sich für den absolut sicheren Einschluss des Atommülls aussprechen, lautet: Gesellschaften sind instabiler als geologische Formationen. Die vergangenen zehn Jahre haben aber gezeigt, dass das nicht stimmt. Das noch von der DDR-Regierung ausgewählte Endlager Morsleben ist einsturzgefährdet, ebenso wie die Schachtanlage Asse, in der mehr als 100.000 Fässer Atommüll lagern.

Die Probleme der Atommülllagerstandorte Morsleben und Asse liegen weniger in der geologischen Formation, sondern in der langen Offenhaltung. Diese lange Offenhaltungszeiten und dazu noch der hohe Durchbauungsgrad der Gewinnungsbergwerke Morsleben und Asse führen zu den jetzigen Schwierigkeiten. Ein offenstehendes Bergwerk ist nach einiger Zeit immer einsturzgefährdet. Weiterhin bilden sich Auflockerungsbereiche, die zu Wegsamkeiten führen können, siehe Offenhaltung Gorleben. Deshalb müssen die Bereiche eines Bergwerks zur Langzeitlagerung von radioaktiven Abfällen möglichst zügig aufgefahren, befüllt und wieder verschlossen werden.

Rückholbarkeit

Sicher ist es berechtigt, sich um die Reversibilität der Langzeitlagerung von radioaktiven Abfällen Gedanken zu machen. Dies ist in Deutschland bis vor einigen Jahren ausgegrenzt worden, siehe auch Beitrag Rückholbar oder nicht?. Dabei sollte man aber an die inzwischen laufende Fachdiskussion zum Beispiel der Entsorgungskommission anknüpfen und hier konkrete Kritik äußern sowie Verbesserungen einfügen, statt das Rad – mit der Unterstellung, es werde der absolut sichere Einschluss verfolgt – nochmals zu erfinden.

In einem nächsten Schritt sollten auch die fünf Untertagedeponien für chemisch-toxische Stoffe in die Diskussion zur Reversibilität mit einbezogen werden.

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