4. Sitzung der AG 1 „Dialog“: Internet und Standorterfahrungen

AG1_4SitzKurz und Protokoll

Das war eine kurze Sitzung. Ob sich für knapp fünf Stunden die Fahrtkosten und -zeiten gelohnt haben? Das Protokoll der 3. Sitzung wurde gebilligt. Man kann gespannt sein, ab wann es im Internet verfügbar ist. Jetzt – zwölf Stunden nach dem Beschluss – ist unter AG 1 – Protokolle noch nichts zu sehen, dabei ist das Hochladen Sekundensache.

Internetauftritt

Auf der Grundlage des Papiers Internetauftritt der Kommission stellten die Bundestagsverwaltung und der externe Dienstleister das Machbare dar. Inzwischen ist die Seite der Kommission auch über den URL endlager-kommission.de erreichbar. Viele Beiträge aus der Kommission waren für eine rasche Umsetzung einer Diskussionsplattform wie beim Forum zur Digitalen Agenda.

Organisation der Redaktion?

Wie dabei die Redaktion organisiert werden könnte, war nicht zu klären. Hier hilft vielleicht ein Blick in die AkEnd-Empfehlungen auf Seite 243. Auch gab es keine Auskunft über das Besetzungsverfahren der vor gut drei Monaten ausgeschriebenen Redaktionsstelle bei der Geschäftsstelle der Kommission. Weiterlesen

Die Endlagerkommission im Internet – Ein Desaster

error404Eine Aufgabe der Kommission

Die Endlagerkommission arbeitet nun schon sechs Monate, das ist etwa ein Viertel ihrer Tätigkeitszeit. Im Internet ist sie zu finden unter http://www.bundestag.de/endlagerkommission. Nach § 5 Abs.3 StandAG ist eine ihrer Aufgaben die Öffentlichkeitsbeteiligung:

(3) Die Kommission beteiligt die Öffentlichkeit nach den in den §§ 9 und 10 festgelegten Grundsätzen. Die Kommission bedient sich dabei ihrer Geschäftsstelle.

Dabei befasst sich Paragraf 9 mit Grundsätzen der Öffentlichkeitsbeteiligung und Paragraf 10 mit Durchführung von Bürgerversammlungen. In letzterem Paragrafen wird mehrfach der Begriff Internetplattform verwendet.

Informieren und Rückäußerungen ermöglichen

Eine Beteiligung der Öffentlichkeit bedeutet zweierlei. Erstens müssen Informationen bereitgestellt werden und zweitens die Öffentlichkeit muss wenigstens die Möglichkeit haben, sich öffentlich und anonym dazu zu äußern. Weiterhin ist eine Öffentlichkeitsbeteiligung sinnlos am Ende der Arbeit, wenn es nichts mehr zu beteiligen gibt.

Information durch lange Listen von PDF-Dateien

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StandAG: Evaluierung – Die Zweite – eilt — eilt –eilt

Nov_02Bundestagsverwaltung: „Das Informationsfreiheitsgesetz gilt nicht“

Nach Rechtsauffassung des Referats ZR 4 des Deutschen Bundestages sind alle Rechte auf Einsicht in Unterlagen sowohl der Kommissionsarbeit aber auch der Standortsuche selbst abschließend im StandAG geregelt – siehe Beitrag StandAG setzt Informationsfreiheitsgesetz außer Kraft. Es wird dargelegt, dass deshalb das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) im Rahmen des StandAG nach § 1 Abs. 3 IFG keine Gültigkeit besitzt.

Transparenz des Verfahrens gefährdet

Damit ist es sehr fraglich, ob das Ziel des Standortauswahlgesetzes, ein transparentes und wissenschaftsbasiertes Suchverfahren anzuwenden, erreicht wird. Schon die einfachen Transparenzregelungen in der mit dem StandAG verbundenen Geschäftsordnung der Endlagerkommission werden nicht eingehalten. Weiterlesen

StandAG: Evaluierung – Die Erste

Nov

„Evaluierung“ ist eigentlich „Korrektur vor Praxiseinsatz“

Aufgabe der Endlagerkommission ist unter anderem die Evaluierung des StandAG. Eigentlich ist der Begriff Evaluierung in diesem Fall nicht korrekt. Denn in der Regel werden bei der Evaluation von Projekten, Prozessen oder Organisationseinheiten Daten über die Wirkung und den Verlauf zur Bewertung erhoben. Das StandAG wird aber praktisch noch nicht angewendet. Es ist also ehrlicherweise statt von Evaluierung von Korrektur vor Praxiseinsatz zu sprechen.

Frühzeitige Evaluierung und Novellierung

In einer Entschließung des Bundestages wird signalisiert, dass eine erste Novellierung aufgrund eines Vorschlags der Kommission auch schon vor der abschließenden Evaluierung und vor der Erstellung des Abschlussberichts möglich ist: Weiterlesen

Der alte Taschenspielertrick mit Schacht Konrad

BI_konrViel mehr Abfall

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung mit der Headline Bundesregierung rechnet mit doppelt so viel Atommüll wird über eine Vergrößerung des Endlagers Konrad gemutmaßt. Die Bürgerinitiative AG Schacht Konrad spricht in diesem Zusammenhang vom Aufbau von Sachzwängen seitens der Bundesregierung und von einem Taschenspielertrick. Solch ein Taschenspielertrick wurde schon im Jahr 2002 angewendet, um die Planfeststellung dieses Endlagers auch für die Grüne Klientel akzeptabel zu machen.

Volumen, Masse, Aktivität und Radiotoxizität

Bei einem Langzeitlager für radioaktive Abfälle spielt weder das Volumen noch die Masse der Abfälle die wesentliche Rolle, sondern die Schadwirkung der radioaktiven Inhaltsstoffe. Diese kann mit der sogenannten Radiotoxizität beschrieben werden. Meist wird aber eine weitere Abstraktionsebene, die sogenannte Aktivität verwendet, um die Gefährlichkeit von radioaktiven Abfällen einzustufen. Die Aktivität ist die Anzahl der Zerfallsprozesse pro Zeiteinheit, gemessen in Becquerel (Anzahl der Zerfälle pro Sekunde), Abkürzung Bq.

Der Taschenspielertrick des Jahres 2002

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StandAG setzt Informationsfreiheitsgesetz außer Kraft

Leitbild_IFG_02Müllers Geheimpapier

Da von Herrn Müller seine sogenannte Tischvorlage zum Leitbild zum Geheimpapier erklärt wurde, wurde ein Antrag auf Einsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt, siehe Beitrag Nun doch Geheimpapiere?. Der Antrag wurde – wie nicht anders zu erwarten – mit Schreiben vom 13.11.2014 abgelehnt.

StandAG schafft abschließende bereichsspezifische Transparenzregeln

Erstaunlich ist die Begründung, die sich auf § 1 Abs. 3 IFG stützt:

(3) Regelungen in anderen Rechtsvorschriften über den Zugang zu amtlichen Informationen gehen mit Ausnahme des § 29 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und des § 25 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch vor.

Nach Rechtsauffassung des Referats ZR 4 des Deutschen Bundestages sind damit alle Rechte auf Einsicht in Unterlagen sowohl der Kommissionsarbeit aber auch der Standortsuche selbst abschließend im StandAG und in der GO der Kommission geregelt.

Mit diesen Regelungen hat der Gesetzgeber mit dem StandAG abschließende bereichsspezifische Transparenzregeln geschaffen.

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In eigener Sache: Suche auf endlagerdialog.de

suche_endSuchfunktion von WordPress

Die Site endlagerdialog.de wird zurzeit mit der Software WordPress 4.0 betrieben. Mit dieser Software wird eine Suchfunktion angeboten, die jeweils im Header rechts angezeigt wird. Bisher war die Suchfunktion sehr langsam, und es ergaben sich Probleme mit dem Plugin TablePress zur Darstellung von Tabellen. Dies  hat sich mit der WordPress-Version 4.0 und TablePress 1.5.1 verbessert, ist aber immer noch recht langsam.

Google-Suche

Eine Alternative ist die Google-Suche mit Suchbegriff site:endlagerdialog.de. Hier sieht man deutlich den technischen Aufwand, den Google treibt. Selbst grafische Elemente werden mit OCR-Technik auf Textbestandteile hin untersucht und das Suchergebnis steht in gut 200 Millisekunden zur Verfügung.

Das Problem der Sirenenserver

So verlockend diese Alternative ist, man muss sich immer wieder klar machen, dass man damit die Entwicklung von Sirenenservern im Sinne von Jaron Lanier weiterhin fördert – mit all den kurzfristigen Vor- und langfristigen Nachteilen, die ausgiebig in Wem gehört die Zukunft? beschrieben sind.

Entscheiden Sie selbst!

Endlagersuche: Drei Jahre alt und kann noch nicht laufen!

Pressekonferenz 11.11.2011 Quelle: YouTube
Pressekonferenz 11.11.2011 —- Quelle: YouTube

Transparent, wissenschaftsbasiert, Bürgerbeteiligung von Anfang an

Vor genau drei Jahren, am 11.11.2011, fand das erste Bund-Länder-Gespräch zur Endlagerung im Rahmen der Energiewende statt. Es lohnt sich, einmal das Pressestatement des damaligen Bundesumweltministers Norbert Röttgen anzusehen. Versprochen wurde die Entwicklung eines Verfahrens der Standortsuche, das transparent und wissenschaftsbasiert ist sowie Bürgerbeteiligung von Anfang an ermöglicht. Wo  stehen wir jetzt, drei Jahre später?

Die Ideologie des parteipolitischen Konsenses

Unter der ideologischen Formel des Konsenses ist in Geheimverhandlungen des Bundes und der Länder ein Gesetzestext entwickelt worden, der dann mit Zustimmung fast aller Parteien im Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde. Von einem gesellschaftlichen Konsens kann jedoch nicht gesprochen werden.

Lernendes Gesetz ohne wissenschaftliche Methode

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