Die Reise zum sichersten Ort der Erde

reiseDer Film

Mit dem Film Die Reise zum sichersten Ort der Erde wird versucht, das Problem der Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle dem interessierten Publikum näher zu bringen. Im Mittelpunkt steht Charles McCombie (MCM International), der sich schon seit Jahrzehnten mit der Endlagerfrage beschäftigt und in diversen nationalen Programmen wie in der Schweiz und in Japan eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat. Als Befürworter der Nutzung der Atomkernenergie sieht er seine Aufgabe darin, sich insbesondere auch um die Abfälle zu kümmern.

Das Buch

Er hat mit seinem Buch Principles and Standards for the Disposal of Long-lived Radioactive Wastes, das er zusammen mit Neil Chapman 2003 herausgebracht hat, eine umfassende Analyse des Problems geliefert, die weit über die damalige Diskussion in Deutschland hinausging. In Deutschland war man eher auf dem Stand des Buchs Röthemeyer, H.(1991). Endlagerung radioaktiver Abfälle – Wegweiser für eine verantwortungsbewußte Entsorgung in der Industriegesellschaft ergänzt durch die Empfehlungen des AkEnd.

So werden von McCombie und Chapman Reversibilität, Monitoring und die Unsicherheitsproblematik intensiv diskutiert. Siehe auch Beitrag Nichtwissenskultur erfordert Endlager-Monitoring. Es ist damit auch heute noch ein lesenswertes Buch zur Endlagerproblematik, durchaus auch für die Endlagerkommission.

Freiwilligkeit

Im Film spielt die Freiwilligkeit eine zentrale Rolle. McCombie ist der Überzeugung, dass es nur bei Gewährleistung der Freiwilligkeit zur Auswahl eines Endlagerstandorts kommen kann. Da wird auch wieder das Paradebeispiel Schweden bemüht, ohne das Scheitern des ersten Anlaufs auch dort zu erwähnen. Nur durch sanften Druck auf Kommunen mit Atomkraftwerken im zweiten Anlauf konnte das Freiwilligkeitsprinzip – bisher – tragfähig gemacht werden.

Grundsatz des Strahlenschutzes bleibt außen vor

Leider wird bei der Darstellung der unterschiedlichen nationalen Programme nicht differenziert, ob die Nutzung der Kernenergie in dem entsprechenden Land weiterhin vorgesehen ist oder nicht. Insofern spielt auch der Strahlenschutz mit seinem Grundsatz der Rechtfertigung keine Rolle. Da sind durchaus Parallelen zur Endlagerkommission zu sehen. Denn auch die Mitglieder der Endlagerkommission zeigen keinerlei Ansätze, die Grundsätze des Strahlenschutzes bewusst umzusetzen.

Unpassende Animationen

Weiterhin ist man erstaunt, dass sich das filmische Geschehen fast nur auf der Erdoberfläche abspielt, obwohl die tiefe geologische Lagerung Gegenstand ist. Die diversen Animationen stellen lediglich Transportvorgänge in der Aufsicht auf die Erdoberfläche dar. Für die Langfristlagerung wären Transportprozesse im Schnitt durch geologische Formationen angemessener, auch wenn nur strukturelle Andeutungen gemacht worden wären.

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