Endlagerkommission: Wenig Interesse am Leitbild

leitSchlecht besuchte Sitzung

Bei der heutigen Sitzung der ad-hoc-Gruppe Leitbild waren neben dem Vorsitzenden Michael Müller nur Frau Kotting-Uhl und Herr Ott anwesend. Herr Kanitz ließ sich durch eine Mitarbeiterin vertreten. endlagerdialog.de stellte die Öffentlichkeit dar. Die Öffentlichkeit musste nach Ausweiskontrolle und Sicherheitsüberprüfung eine gute Viertelstunde warten, um zum Sitzungsraum geleitet zu werden.

Umfassende Transparenz?

Es lagen neuere Entwürfe zu Teil A und Teil B des Leitbildes vor. Außerdem gab es als Tischvorlage ein Schreiben von Herrn Kanitz. Während der Sitzung wurde klar, dass auch eine der Öffentlichkeit nicht zugängliche Stellungnahme von Herrn Thomauske den DiskutatInnen vorlag. Also spielte sich auch hier die bei allen Sitzungen der Kommission übliche Intransparenz ab. Verwunderlich ist nur: Im Dritten von zehn Grundsätzen wird von dem Grundprinzip der umfassenden Transparenz gesprochen. Das bezieht sich aber nur auf die Vorschläge der Kommission, nicht auf die Kommissionsarbeit selbst. Als Öffentlichkeit kommt man sich da schon auf hohem Niveau verschaukelt vor.

Zusammenfassung – Nachhaltigkeit – kirchliche Untergruppe

Nach Auskunft des Vorsitzenden stellt Teil A die Zusammenfassung von Teil B dar. Doch warum wird dann in Teil A der Begriff Nachhaltigkeit intensiv erläutert? Weiterhin wurde mitgeteilt, dass eine weitere Untergruppe aus den Kirchenvertretern unter Beteiligung von unter anderen Herrn Renn weitere Texte im Wesentlichen zur Sozialethik erstellen werden.

die ethischen Aspekte des Strahlenschutzes und der dänische Weg fehlen

Erstaunlich ist, dass der Text zwar intensiv auf Zukunftsethik und Nachhaltigkeit eingeht, aber die ethischen Aspekte des Strahlenschutzes an keiner Stelle  erwähnt werden. Es sei daran erinnert, dass die langfristige Lagerung radioaktiver Abfälle von Hause aus eine Strahlenschutzmaßnahme darstellt und deshalb die entsprechenden Grundprinzipien dieser Fachdisziplin zumindest erwähnt werden sollten. Eine einfache und kurze Einführung findet sich in Ethical Issues in Radiation Protection. Hilfreich wäre auch die Erwähnung des dänischen Wegs bei der Atomkraftnutzung, wo sich der Rechtfertigungsgrundsatz des Strahlenschutzes durchgesetzt hatte, siehe ATOMMÜLL IN BEWEGUNG, Nummer 11.

Und die hochtoxischen Abfälle der Chemieindustrie?

Weiterhin wird im neunten Grundsatz die exemplarische Rolle der radioaktiven Abfälle herausgestellt, ohne dass die mit gleichen Problemen behafteten hochtoxischen Abfälle der Chemieindustrie auch nur erwähnt werden.

Teil B kommt später!

Erstaunlicherweise wurde die Sitzung nach etwa neunzig Minuten beendet und die Diskussion des Teils B des Leitbildes auf Anfang November verschoben. Man kann gespannt sein, wie lange gebraucht wird, die Audioaufzeichnung der heutigen Sitzung im Internet für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Wird es wieder eine geschlagene Woche dauern wie bei der 12. Sitzung der AG 3?

 

Ein Gedanke zu „Endlagerkommission: Wenig Interesse am Leitbild

  1. Eine geschlagene Woche!
    Heute wurde die Audiodatei zur 3. Sitzung der ad-hoc-Gruppe Leitbild hochgeladen. Endlich! Es stellt sich die Frage, warum diese einfache Tätigkeit erst eine Woche nach der Sitzung ausgeführt wurde? Sollte damit verhindert werden, dass die Informationen aus der Arbeitsgruppen-Sitzung zur Kommissionssitzung am 02.10.2015 vorlagen?

    Transparenz und insbesondere umfassende Transparenz sehen anders aus.

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