Vorbereitungshilfe für den Workshop Regionen III am 15. Januar 2016

workIIIWorkshop Regionen III

Am 15.01.2016 findet in Kassel der dritte Workshop der Regionen statt. Es geht im Wesentlichen um die geo- und planungswissenschaftlichen Kriterien. Es sind vier Arbeitsgruppen zu folgenden Themen geplant:

  • Wie kann in der Bevölkerung Vertrauen gegenüber den Kriterien und ihrer Anwendung aufgebaut werden?
  • Wer sorgt für die Umsetzung guter Information und frühzeitiger Beteiligung bereits von Beginn der Phase 1 des Suchprozesses an?
  • Welche Erwartungen werden an die planungswissenschaftlichen Kriterien aus regionaler Sicht gestellt?
  • Wie kann eine regionale Beteiligung in der ersten Phase bei unterschiedlicher Größe der Teilgebiete organisiert werden?

Vertraut mit planungswissenschaftlichen Kriterien

Dabei sollten die planungswissenschaftlichen Kriterien gut einschätzbar sein, weil Kommunen und Landkreise mit Landesplanung und Raumordnung des Öfteren zu tun haben.

Geowissenschaftliche Kriterien sind eher fremd

Doch wie sieht es mit den geowissenschaftlichen Kriterien aus? Was befindet sich eigentlich im Untergrund unter der Kommune oder dem Landkreis. Auch hier gab es in der jüngeren Vergangenheit Diskussionen um geothermische Nutzung und mögliche Lager für Kohlendioxid (CCS).

Untertagedeponien für hochtoxische Abfälle und Speicher für Gas und Öl

Weiterhin gibt/gab es bundesweit fünf Genehmigungen für Untertagedeponie für hochtoxische Abfälle, die ähnliche Gefährdungen wie radioaktive Abfälle darstellen (siehe Beitrag Salzstock Gorleben bleibt erste Wahl). Außerdem gibt es 47 Untergrundspeicher für Erdgas und 8 für Erdöl (Stand Ende 2009, Bundestagsdrucksache 17/5705).

Speicherlokationen in Deutschland aus VSG-AP11http://www.grs.de/sites/default/files/pdf/GRS-280_Web.pdf nach Sedlacek, R.: Untertage-Gasspeicherung in Deutschland. Erdöl Erdgas Kohle, Vol. 125, No. 11, S. 412, 2009

Speicherlokationen in Deutschland aus VSG-AP11 S. 30 (nach Sedlacek, R.: Untertage-Gasspeicherung in Deutschland. Erdöl Erdgas Kohle, Vol. 125, No. 11, S. 412, 2009)

Bohrungen und reflexionsseismischen Messungen flächendeckend?

Allgemein ist der Ausgangspunkt für den Zustand des Untergrundes die Vermessungen in Form von Bohrungen und reflexionsseismischen Messungen. Es stellt sich die Frage: Sind diese denn flächendeckend, was ja Voraussetzung für einen systematischen Suchprozess ist – Stichwort wohldefinierte Grundgesamtheit? Aufschluss darüber geben K-MAT 11 und insbesondere die Abbildungen auf Seite 11/12.

bohr_seis_600Es gibt demnach doch erhebliche Lücken. Können diese Lücken durch Inter- und Extrapolationen nach dem Stand der Geowissenschaften in Bezug auf Lagerung radioaktiver Abfälle geschlossen werden?

Geologische Charakterisierung tiefliegender Speicher- und Barrierehorizonte in Deutschland

Vor einer ähnlichen Fragestellung stand auch das Projekt Geologische Charakterisierung tiefliegender Speicher- und Barrierehorizonte in Deutschland. Im Zuge dieses Projekts wurden für fast alle Bundesländer 3D-Modelle des Untergrunds entwickelt. Bei den Staatlichen geologischen Diensten der Bundesländer (SGD) sollten diese Daten und fachliche Beratungskompetenzen vorliegen.

Die Staatlichen geologischen Dienste der Bundesländer als Ansprechpartner

Die Adressen der Staatlichen geologischen Dienste sind hier zu finden. Diese Ämter sollten inzwischen auf Fragestellung zu Standorten von Untertagedeponien für radioaktive Abfälle vorbereitet sein, denn ihre dezentrale Fachkompetenz ist für die in Kürze stattfindende Fachveranstaltung sowieso gefordert (Einladung siehe K-Drs. 143).

Ein Gedanke zu „Vorbereitungshilfe für den Workshop Regionen III am 15. Januar 2016

  1. Wohldefinierte Grundgesamtheit?
    Herr Pegel hat die Problematik der sehr unterschiedlichen Datendichte auf der sogenannten Weißen Deutschlandkarte in der Kommissionssitzung am 22.01.2016 angesprochen. Er hat dies nicht als wissenschaftliche Notwendigkeit einer wohldefinierten Grundgesamtheit, sondern als ethisches Problem der Gerechtigkeit auf den Punkt gebracht.

    Hier würden Regionen mit hoher Datendichte – wie Gorleben und die ehemalige Gebiet der DDR – eher als mögliche Endlagerregionen identifiziert. Weiterhin hat er von erheblichen Unterschieden in der Einschätzung seines Landesgeologischen Dienstes und den Ausführungen der BGR bei der Datenlage berichtet.

    Das Problem soll in der AG 3 aufbereitet und in der Märzsitzung der Kommission Gegenstand der Beratungen sein.

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