BfE-Forschungsvorhaben zur Perkolation in Steinsalz

Zwischenbericht zur Perkolation

Das Forschungsprojekt Überprüfung des perkolationsgetriebenen Transports von Fluiden im Wirtsgestein Steinsalz unter relevanten Bedingungen für ein Endlager (PeTroS) sollte vom 01.01.bis 31.12.2018 laufen. Ein abgenommener Zwischenbericht wurde erst am 11.12.2018 zur Verfügung gestellt – siehe erster und zweiter IFG-Antrag.

Nicht in der Vergabeliste, kein Erstelldatum

Warum dieses Projekt unter ZURÜCKLIEGENDE AUSSCHREIBUNGEN nicht gelistet ist, ist schleierhaft. Auffallend ist, dass der Zwischenbericht kein Datum trägt, oder wurde dieses auf Seite 2 geschwärzt? Was wäre der Schwärzungsgrund nach IFG?

Darstellung des Standes von Wissenschaft und Technik

Der Zwischenbericht widmet sich auf knapp 50 Seiten allein der Aufarbeitung des relevanten Standes von Wissenschaft und Technik. Die Fragestellung, ob die diskutierte hohe Mobilität von Fluiden in Salzformationen bei Temperaturen zwischen 100°C und maximal 200°C experimentell nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden kann, ist dem Endbericht vorbehalten.

Dilatanz- und Fluiddruckkriterium

Ausgeführt wird, dass verbundene Rissöffnungen in polykristallinen Strukturen durch mechanische und hydraulische Beanspruchungen entstehen können. Das ist auch der Grund dafür, dass in 7.2.1 der Sicherheitsanforderungen 2010 gefordert wird, dass sowohl das Dilatanz-(mechanische Belastung) als auch das Fluiddruckkriterium (hydraulische Belastung) erfüllt sein muss.

ZERAM – vollständige Neuplanung des Verfüllkonzeptes

Wie man im Planantrag von 2009 zur Schließung des ZERAMs dazu kommen konnte, nur ein Kriterium anwenden zu müssen, ist erklärungsbedürftig. Nach der ESK-Stellungnahme, die auf Seite 16 im zweiten Absatz darauf eingeht, wurde jetzt dieser Punkt durch weitere geomechanische Rechnungen nachgebessert (Akteneinsicht vom 26.07.2018 nach § 29 VwVfG). Konsequenz ist die vollständige Neuplanung des Verfüllkonzeptes.

Permeabilitäten, Perkolationsschwellen und Versagen der Barrierewirkung

Berichtet wird im IfG-Zwischenbericht  von diversen Permeabilitätsmessungen und Bestimmungen von Perkolationsschwellen in Salz sowie von realen Fällen, wo die Barrierewirkung von Salzgesteinen versagt hat.

Literaturliste defizitär?

Sieht man sich als geomechanischer Laie die Präsentation von Herrn Hübscher auf der NBG-Veranstaltung am 18.06.2018 an, so fällt auf, dass keine Literaturstelle aus dem Kapitel Flüssigkeiten wandern durch >1000 m mächtiges Salz in der Literaturliste des Zwischenberichts enthalten ist. Auch vermisst man die Arbeit zur numerischen Modellierung dilatanz-induzierter Perkolation. Letzteres ist wohl dadurch erklärbar, dass in der IfG-Papier nicht die Modellierung, sondern die experimentelle Seite im Vordergrund steht.

Allgemein verständliche Aufbereitung

Man kann gespannt sein auf den abgenommenen Endbericht, der laut Nachricht vom BfE im ersten Quartal 2019 vorliegen wird. Nach der Forschungsstrategie des BfE sollen die Forschungsergebnisse allgemein verständlich aufbereitet werden. Man kann gespannt sein, ob dies bei diesem recht schwierigen Gebiet gelingen wird. Das Interesse ist jedenfalls vorhanden, siehe Salz ist äußerst schlecht: Neue Einwände gegen Endlager in Salzgestein.

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