Unterirdische Raumnutzung und die Langzeitlagerung radioaktiver Abfälle

untergrRaumordnungspläne erweitern

Seit einiger Zeit werden sich intensive Gedanken über die unterirdische Raumnutzung gemacht. Die bisherigen Raumordnungspläne sind die zentralen Planungsinstrumente der Landesplanung, berücksichtigen unterirdische Raumnutzungspotenziale aber kaum. Nicht zuletzt haben Geothermienutzung und die Diskussion um Fracking gezeigt, dass auch für den Untergrund flächen- oder besser volumendeckende Planungsinstrumente geschaffen werden müssen, um  Nutzungskonflikte rechtzeitig zu vermeiden.

Die Staatlichen Geologischen Dienste

Diese Aufgabe ist nun von den Staatlichen Geologischen Diensten (SGD) in Angriff genommen worden. Ein erster Abschlussbericht mit dem Titel  Charakterisierung der Nutzungspotenziale des geologischen Untergrundes in Deutschland als Bewertungsgrundlage für unterirdische Raumnutzungen liegt jetzt vor.

3D-Modelle des Untergrunds

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Geologie: Da neigt auch Herr Sailer zum Euphemismus

ecoEditorial in der Mitgliederzeitschrift des Öko-Instituts e. V

In der Ausgabe Juni 2015 von eco@work, der Mitgliederzeitschrift des Öko-Instituts e. V., steht das Editorial ganz im Zeichen der Endlagersuche. Unter der Überschrift Eine Million Jahre kommt  Michael Sailer zu folgendem Statement:

Kein von Menschenhand errichtetes Gebäude, keine Anlage, keine Technik kann eine sichere Verwahrung über solch lange Zeiträume gewährleisten, zu stark nagen die Kräfte der Natur. Nur geologische Formationen haben die nötige Stabilität, die Lasten der vergangenen rund 50 Jahre nuklearer Energiegeschichte zu bergen. Die Geowissenschaften können mit ihren heutigen Methoden Prognosen mit sehr hohen Wahrscheinlichkeiten über die nächste eine Million Jahre abgeben.

Stabilität von geologischen Formationen

Sicherlich ist richtig, dass Gebäude und andere Techniken ohne Instandhaltungsmaßnahmen nicht über längere Zeiträume Bestand haben. Doch schon die Aussage, geologische Formationen hätten die nötige Stabilität, gilt selbstverständlich nur mit Einschränkungen. Es sollte besser formuliert werden, geologische Formationen könnten die nötige Stabilität haben. Dies gilt auch nur, wenn die Formationen sorgfältig ausgesucht werden. Weiterlesen

Die Mathematik erreicht die Endlagerkommission

Wenzel: Seminar zur subjektiven und objektiven Stochastik Video 2:38:02

Wenzel: Seminar zur subjektiven und objektiven Stochastik
Video 2:38:02

Seminar zur subjektiven und objektiven Stochastik von Herrn Wenzel

In der Sitzung der Kommission am 04.07.2015 gab Herr Wenzel ein einführendes Seminar in ein Spezialgebiet der Mathematik, in die subjektive Stochastik. Er erläuterte, dass beim Würfeln die Augenzahl nur bei einer sehr großen Anzahl von Würfen von eins bis sechs gleichhäufig erscheinen – objektive Stochastik-, dies aber bei geringer Anzahl von Würfen nicht gilt – subjektive Stochastik. Und in der Endlagerfrage sei nur eine geringe Wurfzahl von eins oder vielleicht zwei die Regel. Zur subjektiven Stochastik siehe auch De Finetti, B.(1990). Theory of Probability – A critical introductory treatment oder zum Einstieg Schurz, G.(2006). Einführung in die Wissenschaftstheorie, S. 99ff.

Die subjektive Stochastik bei der Endlagerfrage

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ENTRIA: “Nuclear Waste Governance” – Wo ist die vergleichende Analyse?

nwgENTRIA als Wiederholung von InSOTEC?

Im Rahmen des ENTRIA-Forschungsprojekts wurde – wie schon im Projekt InSOTEC – die Entwicklung des Umgangs mit radioaktiven Abfällen in einzelnen Ländern zusammengestellt. Die Studie ist als Buch mit dem Titel Nuclear Waste Governance – An International Comparison erschienen. Die folgende Tabelle zeigt die Liste der Länder, die in der ENTRIA-Studie im Vergleich zum InSOTEC-Projekt und der Arbeit von Herrn Damveld behandelt werden. Zur Information ist auch der Rahmen der BGR-Kriterienkurzstudie aufgenommen. Weiterlesen

Gorleben: Die Arroganz der Administration oder mehr?

bfs_gorlFrage in der dritten Kommissionssitzung

Es gibt in der Endlagerkommission Fragen, die immer wieder gestellt werden, und trotzdem nicht kompetent beantwortet werden. So hat Herr Thomauske bereits in der dritten Sitzung gefragt, ob bei der Entscheidung für die jetzt verfolgte Variante des Offenhaltungsbetriebs von Gorleben auch die Verschlechterung der sicherheitlichen Situation abgewogen wurde, siehe Beitrag Gorleben bald zweifelsfrei unbrauchbar für die Endlagerung?

Frage beim Besuch der Umweltministerin

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Gorleben und Veränderungssperre: Mögliche Vertrauensgrundlage zerstört

Zwei_VeranstZwei Parallelveranstaltungen

Am kommenden Samstag finden zwei Veranstaltungen zur Endlagerfrage statt – eine organisiert von der Endlagerkommission, die andere von .ausgestrahlt und der BI Lüchow-Dannenberg. Ein Artikel von Dirk Asendorpf in der ZEIT (18.06.2015, S. 35) mit dem Titel Trauerarbeit nach dem Atomausstieg kommt zu der Feststellung:

…Man redet über- und nicht miteinander….

Das ist bedauerlicherweise so richtig. Doch wie kam es zu dieser Entwicklung?

Ein Grund – Veränderungssperre

Der Artikel benennt da einen Grund:

….Trotzdem ist Gorleben noch im Rennen, erst letzte Woche hat der Bundesrat beschlossen, die Option für weitere zwei Jahre offenzuhalten. …

Es handelt sich um die Veränderungssperre, die vom Bundesrat am 12.06.2015 bis zum 31. März 2017 verlängert wurde. Bis dahin wird die Bundesregierung gebeten, eine gesetzliche Regelung zu erarbeiten, die eine frühzeitige Sicherung von allen Standortregionen oder Planungsgebieten für potenzielle Endlagerstandorte ermöglicht. Doch warum liegt eine solche Regelung noch nicht vor? Weiterlesen

Endlagerkommission: Die Politik übernimmt endgültig das Ruder

wdGutachten liegt vor, darf aber nicht veröffentlicht werden

In der heutigen Sitzung der AG 2 ist sehr deutlich geworden, dass die Endlagerkommission zu einem rein politischen Zirkus verkommt. Durch den Vorsitz der Kommission wurde in der letzten Kommissionssitzung am 20.04.2015 vorgeschlagen, zur Frage der Gorleben-Veränderungssperre den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages mit einem Gutachten zu beauftragen. Dies ist dann auch geschehen und ein Ergebnis liegt vor. Dies darf aber nicht veröffentlicht werden, sondern steht nur den Bundestagsabgeordneten zur Verfügung.

Eine explizite Begründung wird nicht abgegeben

Eine explizite Begründung wurde nicht abgegeben. Verwiesen wurde auf die kurze Bearbeitungszeit und Allgemeine Regelungen des Deutschen Bundestages. Welche hier greifen, wurde nicht mitgeteilt. Weiterlesen

Die Langzeitlagersuche endlich vom Kopf auf die Füße stellen

Kro_LahSchlechte Kopie der AkEnd-Empfehlungen zu erwarten

Die bisherige Arbeit der Endlagerkommission verspricht wenig Gutes. Wenn es optimal läuft, wird am Ende eine Kopie der Empfehlungen des AkEnd stehen. Zu befürchten ist, dass es sich um eine schlechte Kopie handeln wird. Auch wird man einem gesellschaftlichen Konsens nicht näher gekommen sein, denn in der Kommission ist weder Sachverstand im Bereich Transparenzherstellung und Öffentlichkeitsarbeit vorhanden noch standen rechtzeitig externer Sachverstand und Instrumente dafür zur Verfügung.

Politischer, gesellschaftlicher und fachlicher Konsens

Der AkEnd-Vorschlag scheiterte, da der angebliche fachliche Konsens in Form der Empfehlungen nicht auf politischen Konsens traf. Beim Standortauswahlgesetz wird immer wieder stolz auf den politischen Konsens hingewiesen. Bei näherer Betrachtung stellt sich dieser aber als Scheinkonsens heraus. Erinnert sei an die offen dargelegte Verlogenheit kurz nach der Verständigung am 09.04.2013  und die diversen Äußerungen aus den Bundesländern. Insofern ist das Herausstellen der Widerstände der Energieversorger in Form von Klagen als Ablenkungsmanöver zu sehen. Die eigentlichen Widersacher sitzen in den Bundesländern, was die ungelöste Zwischenlagerfrage der restlichen Castorbehälter aus Sellafield und La Hague bis heute exemplarisch zeigt. Weiterlesen