Kernbotschaften der Endlagerkommission

kernVeranstaltung Konsultation „Endlagerbericht im Entwurf“

Am kommenden Wochenende findet – von IKU organisiert – die Veranstaltung statt, die eigentlich zum Feedback zum Bericht der Endlagerkommission gedacht war. Der Bericht ist aber nur in Teilen – man kann sagen in den unbedeutendsten Teilen – in der Kommission behandelt worden. So wurden die geowissenschaftlichen Kriterien noch nicht einmal in 1. Lesung diskutiert. Und diese bilden das Kernstück des Kommissionsberichts, denn sie sollen Gesetzeskraft erlangen. Bei der schließlichen Verabschiedung des StandAG wurden diese Kriterien nicht formuliert.

Veranstaltung mangelhaft angekündigt

Die Veranstaltung wurde sehr mangelhaft angekündigt, im Wesentlichen nur über K-Drs. 205 und den darin enthaltenen URL www.dialoggestalter.de/endlagerbericht. Das Weiterlesen

Die „pathologischen“ Endlager-Institutionen

top_6_23_03_2016Selbsthinterfragende Systeme – generativ bis pathologisch

In der Sitzung der AG 3 am 23.03.2016 ging es unter TOP 6 um selbsthinterfragende Systeme. Angehört wurde Herr Sträter von der Universität Kassel, höre Audiofile 2:07:06 bis 3:14:36. Herr Sträter klassifizierte Systeme, d. h. Organisationen oder Einzelinstitutionen, als generativ bis pathologisch. Feststellbar sei der Reifegrad durch Monitoring anhand von Detailindikatoren.

Asse als Beispiel

Zu der Problematik wurde von Herrn Kleemann bereits vor Monaten ein Papier (K-Drs. AG 3-13) vorgelegt. Hierin wird die Asse als „krasses“ Beispiel angeführt, das auch in der jetzigen AG 3-Sitzung erwähnt wurde. Offensichtlich wären die an der Asse bis Ende 2008 beteiligten Institutionen als pathologisch einzustufen.

Die neopathologischen Entwicklungen nicht erwähnt

Leider findet sich in dem Papier nicht der Hinweis auf neopathologische Entwicklungen im Bereich der Asse: Die Studie Gesamtbewertung der Langzeitsicherheit für den Standort Asse, in der das Langzeitrisiko von COLENCO und GRS nach dem GSF-Verschlusskonzept dargestellt wird, wurde vom BfS erst nach der Entscheidung zur Bergung der Abfälle aus der Asse zugänglich gemacht.  Bis heute wurde diese Gesamtbewertung weder wissenschaftlich diskutiert noch widerlegt – siehe auch Kommentar dazu. Weiterlesen

Endlagerkommission: Wo bleibt die Wissenschaftlichkeit?

Quelle: Deutscher Bundestag

Quelle: Deutscher Bundestag

Der notwendige(?) grundsätzliche Neustart

Entlarvend war eine Diskussion in der letzten Sitzung der Endlagerkommission – siehe Audiofile, 1:15:50 bis 1:41:40.  Es ging um folgenden Satz in der K-Dr. 167a, Seite, Zeilen 30f.:

Die von Bundestag und Bundesrat eingesetzte Kommission geht davon aus, dass ein grundsätzlicher Neustart notwendig ist.

Herr Jäger bezeichnete das als Gretchenfrage, auf die verzichtet werden solle, um Diskussionen zu vermeiden, die für die Kommissionsarbeit nicht ausschlaggebend seien.

Der Kompromiss

Nach gut 25 Minuten Auseinandersetzung wurde als Kompromiss angenommen:

Die von Bundestag und Bundesrat eingesetzte Kommission geht auf der Grundlage des StandAG davon aus, dass ein grundsätzlicher Neustart notwendig ist.

Keine wissenschaftliche Begründung und keinerlei Bezug auf den Strahlenschutz

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AG 3: Beitrag der Staatlichen Geologischen Dienste und die abgekanzelte Redundanz

IMG_4131Die geologische Kompetenz der Länder

Nach der Tagesordnung zur AG3-Sitzung am 02.03.2016 versprach der TOP 4 Bericht der Fachbehörden aus der Konferenz der Geologischen Landesdienste interessantes Neues.

Die Vorgeschichte begann vor gut einem Jahr

Diese Thematik hat eine lange Vorgeschichte. Sie begann mit dem in der Kommissionssitzung am 19.01.2015 beiläufig an die BGR erteilten Auftrag, die Kristallin- und die Salzstudie an die AkEnd-Kriterien anzupassen – siehe Beitrag Die Kommission dreht sich im Kreis und der Vorsitz spinnt die Fäden.

Die 4. Sitzung der AG 3 am 29.01.2015

Das ist dann nachträglich intensiv in der Sitzung der AG 3 am 29.01.2015 diskutiert worden – siehe Beitrag Die AG 3 will den Auftrag an die BGR “präzisieren”. Erinnert sei an die Zusammenfassung des Leiters dieser Sitzung: Weiterlesen

Henscheids „Trilogie des laufenden Schwachsinns“ und K-Drs. AG3-96

triWeder Bischof noch Mätresse

Bei der Lektüre des dritten Romans in Henscheids Trilogie des laufenden Schwachsinns mit dem Titel Die Mätresse des Bischofs stellt sich heraus, dass es weder einen Bischof noch eine Mätresse gibt. Dazu siehe auch ZEIT-Artikel von 1980 mit dem Titel Europäisches Bayern samt Bayern und Preußen.

Kein Dosisindikator, jedenfalls keine Berechnungsmethode dafür

In K-Drs. AG3-96 wird immer wieder der Indikator Dosisleistung verwendet und – trotz aller Betonung der Unsicherheiten  – schließlich als Gleichstellungskriterium verwendet:

Unterhalb von 0,01 mS/a gelten alle Standortregionen bzw. Standorte hinsichtlich dieses Schutzkriteriums als gleichwertig.

Es stellt sich jedoch heraus, dass es diesen Indikator (Einheit mSv/a) gar nicht gibt, jedenfalls existiert dazu keine Berechnungsmethode. Wie will man da einen konkreten Grenzwert begründen? Weiterlesen

AG 3: Vieles bleibt noch offen

IMG_4125Tagesordnung nicht aktualisiert

Die Sitzung der AG 3 am 22.02.2016 sollte laut Tagesordnung auf der Grundlage von sechs Drucksachen (K-Drs. 176, AG3-87a, AG3-89, AG3-91, AG3-92, AG3-93) durchgeführt werden. Vor dem Sitzungsraum wurde aber eine gut doppelte Anzahl von Unterlagen ausgelegt (K-Drs. 176, AG3-87a, AG3-88, AG3-89, AG3-90, AG3-91, AG3-92, AG3-93, AG3-94, AG3-95, AG3-96, AG3-97, AG3-98). Offensichtlich wurde es versäumt, die Tagesordnung zu aktualisieren. Weiterhin wurden die Unterlagen lediglich als Schwarzweißkopien zur Verfügung gestellt. Bei den farblich strukturierten Papieren waren die Kopien deshalb nur eingeschränkt brauchbar. Aber immerhin: Es wurden offensichtlich in der Sitzung keine Geheimpapiere verwendet, wie es sonst üblich war.

Geowissenschaftlichen Kriterien – quantitativ oder qualitativ

Im Mittelpunkt stand die Bearbeitung der geowissenschaftlichen Kriterien. Die Anregung aus der Fachtagung Kriterien für die Standortauswahl, die Kriterien qualitativ statt quantitativ zu formulieren, wurde in der AG3 abgelehnt. Weiterlesen

Endlagersuche: Defizite bei Redundanz und insbesondere Diversität

datf_siSicherheitsphilosophie bei risikoreichen Anlagen

Zu vielen risikoreichen Anlagen gibt es Sicherheitsphilosophien mit den Grundprinzipien  Redundanz (mehrfach vorhandene gleichartige Schutzsysteme) und Diversität (unterschiedliche Schutzsysteme zur Beherrschung gleicher oder ähnlicher Störungen). Es ist das Zugeständnis, dass Fehler und Fehleinschätzungen nicht auszuschließen sind und deshalb eine fehlerfreundliche Gestaltung notwendig ist.

Redundanz und Diversität bei kerntechnischen Anlagen

Für kerntechnische Anlagen ist das Konzept der gestaffelten Abwehrmaßnahmen entwickelt worden. Zu wesentlichen Auslegungsmerkmalen gehören auch hier die Prinzipien Redundanz und Diversität.

Das Deutsche Atomforum e. V. führt dazu aus: Weiterlesen

AG 3: Langsam, langsam wächst die Transparenz und die Länderkompetenz wird einbezogen

top4_drsZeitmarken zum Audiofile und Drucksachennummern in der Tagesordnung

Mit Erstaunen konnte man am 04.02.2016 feststellen, dass das Audiofile der AG3-Sitzung vom 02.02.2016 bereits im Internet verfügbar war. Und nicht nur das: Sogar eine Tabelle mit den Zeitmarken wurde erstellt. Damit wurden endlich die Anregungen aus den Sitzungen der AG 1 am 16.10. und 12.11.2015 umgesetzt. Es handelt sich dabei um technisch einfache Maßnahmen, die nun – zwanzig Monate nach Arbeitsaufnahme und fünf Monate vor Arbeitsende – endlich etwas mehr Transparenz in die Verhandlungen bringt. Erstmals enthält die Tagesordnung auch die Drucksachennummern, die zu den einzelnen TOPs vorliegen.

Wird die Endlagerkommission gezielt ausgebremst?

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