Endlagerkommission: Wissenschaftsverbrämt statt wissenschaftsbasiert

to_28Keine Transparenz beim Problembereich Deckgebirge

In der 28./29. Sitzung der Endlagerkommission wurden endlich die geowissenschaftlichen Kriterien und die Methodik der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen in erster Lesung behandelt. Diese sind eigentlich die wesentliche Grundlage einer wissenschaftsbasierten Endlagersuche, wie sie in §1 Abs.1 Satz 1 des StandAG gefordert wird. Die Vorlagen der AG 3 waren da etwas enttäuschend, was aber nach Verfolgung der AG-Arbeit nicht überraschend war. Leider kann ein wesentlicher Punkt – Problembereich Deckgebirge – nicht im Einzelnen verfolgt werden, da dieser in eine nichtöffentlich tagende und auch im Nachhinein nicht dokumentierte Kleinarbeitsgruppe Appel/Fischer/Kanitz/Wenzel verlagert wurde.

Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen – integrativ?

Die vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen stellen nach Sailer eine Neuerung gegenüber den AkEnd-Vorstellungen dar. Wenn die vom AkEnd präferierten Kriterien sich im Wesentlichen auf die Langzeitrisiken beziehen, benutzt die vorläufige Sicherheitsuntersuchung eine integrale Sichtweise sowohl auf Langzeitrisiken als auch auf Probleme während der Betriebsphase des Lagers. Sieht man sich aber die einschlägige K-Drs. 211 und darin das Kapitel Bewertung der Sicherheitsuntersuchungen an, so ist zu befürchten, dass die Dosisabschätzungen einen hohen Stellenwert erhalten und so den angeblich integrativen Charakter zunichtemachen werden.

Dosisabschätzung verschwindet im Nirwana

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AG 3: Beitrag der Staatlichen Geologischen Dienste und die abgekanzelte Redundanz

IMG_4131Die geologische Kompetenz der Länder

Nach der Tagesordnung zur AG3-Sitzung am 02.03.2016 versprach der TOP 4 Bericht der Fachbehörden aus der Konferenz der Geologischen Landesdienste interessantes Neues.

Die Vorgeschichte begann vor gut einem Jahr

Diese Thematik hat eine lange Vorgeschichte. Sie begann mit dem in der Kommissionssitzung am 19.01.2015 beiläufig an die BGR erteilten Auftrag, die Kristallin- und die Salzstudie an die AkEnd-Kriterien anzupassen – siehe Beitrag Die Kommission dreht sich im Kreis und der Vorsitz spinnt die Fäden.

Die 4. Sitzung der AG 3 am 29.01.2015

Das ist dann nachträglich intensiv in der Sitzung der AG 3 am 29.01.2015 diskutiert worden – siehe Beitrag Die AG 3 will den Auftrag an die BGR “präzisieren”. Erinnert sei an die Zusammenfassung des Leiters dieser Sitzung: Weiterlesen

AG 3: Vieles bleibt noch offen

IMG_4125Tagesordnung nicht aktualisiert

Die Sitzung der AG 3 am 22.02.2016 sollte laut Tagesordnung auf der Grundlage von sechs Drucksachen (K-Drs. 176, AG3-87a, AG3-89, AG3-91, AG3-92, AG3-93) durchgeführt werden. Vor dem Sitzungsraum wurde aber eine gut doppelte Anzahl von Unterlagen ausgelegt (K-Drs. 176, AG3-87a, AG3-88, AG3-89, AG3-90, AG3-91, AG3-92, AG3-93, AG3-94, AG3-95, AG3-96, AG3-97, AG3-98). Offensichtlich wurde es versäumt, die Tagesordnung zu aktualisieren. Weiterhin wurden die Unterlagen lediglich als Schwarzweißkopien zur Verfügung gestellt. Bei den farblich strukturierten Papieren waren die Kopien deshalb nur eingeschränkt brauchbar. Aber immerhin: Es wurden offensichtlich in der Sitzung keine Geheimpapiere verwendet, wie es sonst üblich war.

Geowissenschaftlichen Kriterien – quantitativ oder qualitativ

Im Mittelpunkt stand die Bearbeitung der geowissenschaftlichen Kriterien. Die Anregung aus der Fachtagung Kriterien für die Standortauswahl, die Kriterien qualitativ statt quantitativ zu formulieren, wurde in der AG3 abgelehnt. Weiterlesen

¿ „Wir wollen Beteiligen lernen!“ ?

kurs_hand_buergerWir wollen Beteiligen lernen!

Auch im dritten Workshop der Regionen in Kassel am 15.01.2016 wurde wieder das Motto der Kommission Wir wollen Beteiligen lernen! bemüht. Es stellt sich inzwischen die Frage, inwieweit dieses Motto auch etwas mit der Realität zu tun hat? Schließlich läuft der Lernprozess jetzt schon knappe 20 Monate und erste Erfolge sollten zu registrieren sein.

Transparenz? – Fehlanzeige

In der praktischen Arbeit der Kommission hat sich zum Beispiel an einer wesentlichen Grundvoraussetzung zu Beteiligung nichts zum Positiven gewendet. Gemeint ist die Transparenz. Weiterhin wird nicht begründet, warum einige Zuschriften veröffentlicht werden und andere nicht. Es wird nicht darüber informiert, welche Gutachten in Auftrag gegeben wurden. Sicherlich kann man die Auftragnehmer schwärzen, aber das Pflichtenheft und die Diskussion darüber gehört  in die Öffentlichkeit. Welche Punkte werden in den zahlreichen Vorsitzendenrunden besprochen? Unterliegen diese alle dem Persönlichkeitsschutz? Weiterlesen

Geologische Kriterien: Der Endspurt beginnt

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Gesamtpapier zu den geologischen Kriterien

In der letzten AG3-Sitzung am 17.12.2015 wurden die geologischen Kriterien im Zusammenhang erörtert. Ziel war es, am 18.01.2016 eine Gesamtfassung zu präsentieren, die als Basis für eine öffentlich-fachliche Diskussion dienen kann. Leider stehen die Audiomitschnitte dieser wichtigen Sitzung immer noch nicht zur Verfügung, wohl aber ein Gesamtpapier nach Beschlusslage dieser AG3-Sitzung (K-Drs. 157).

Erstellt durch unbekannte Dritte, Stand 19. oder 29.12.2015

Erstellt wurde dies nach Ankündigungen in der Sitzung durch unbekannte Dritte. Der deklarierte Stand des Papiers ist der 19.12.2015, in der Drucksache selbst wird der Stand mit 29.12.2015 angegeben. Letzteres ist wohl richtig, wenn man die zugrunde gelegten Unterlagen betrachtet. Ein wenig mehr Sorgfalt bei der Administration des Internetauftritts wäre wohl angebracht.

Gesellschaftlichen Kriterien? Kriterien für Fehlerkorrekturen? Methodik für die  Sicherheitsuntersuchungen?

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Das Diskussionspapier der ESK zu den AkEnd-Kriterien enttäuscht

esk_diskESK-Papier noch rechtzeitig zur Diskussion in AG 3

Noch gerade rechtzeitig zur ersten zusammenfassenden Beratung der geologischen Ausschlusskriterien, Mindestanforderungen und Abwägungskriterien in der AG 3 der Endlagerkommission hat die Entsorgungskommission ein Diskussionspapier mit dem Titel Evaluation der Rand- und Rahmenbedingungen, Bewertungsgrundsätze sowie der Kriterien des Arbeitskreises Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) veröffentlicht.

Die ESK spielt beim politischen Theater mit

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Endlagerkommission: Wie kann die Arbeit doch noch zu einem Erfolg führen?

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Quelle: Deutscher Bundestag

Frustration über die Arbeit der Endlagerkommission

Wer die Diskussionen der Endlagerkommission und der dazugehörigen Arbeitsgruppen verfolgt, kann sehr enttäuscht sein über die geringe Informationsdichte und mangelhafte fachliche Tiefe der Diskussionsbeiträge. Von einer Kommissionsarbeit im eigentlichen Sinne kann nicht gesprochen werden, da kaum wirklich fundierte Argumentationen gegeneinandergestellt und zusammengeführt werden.

Das Hauruckverfahren in der AG 3 am 17.12.2015 ab 14 Uhr

So sind zur Kernaufgabe der Kommission, der Entwicklung von wissenschaftsbasierten Kriterien für eine komparative Suche nach dem bestmöglichen Standort, zwar viele Papiere vorgelegt worden aber in keiner Weise zum Beispiel von der dafür zuständigen Geschäftsstelle der Kommission zusammengeführt  worden. Nun soll am 17.12.2015 ab 14 Uhr in einem Hauruckverfahren ein erster Gesamtentwurf der Kriterien in der AG 3 verabschiedet werden. Das mag zwar formal gelingen, die Qualität wird aufgrund der mangelnden fachlichen Argumentationen und Reflexionen aber gering sein. Das ist umso erstaunlicher, weil als Grundlage die AkEnd-Empfehlungen von nicht geringer Qualität vorlagen und als Ausgangsbasis konsensual akzeptiert wurden.

Geodidaktik hat keinen Platz

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Flache Salzlagerungen in Kombination mit Kristallingestein

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BASAL-Zwischenbericht inzwischen öffentlich

Wie bereits im Beitrag Salz – einmal anders beschrieben, bieten flache Salzlagerungen Vorteile gegenüber Salzstöcken, da unter anderem die Strukturen nicht so komplex sind und der Erkundungsaufwand damit geringer ist. Im Rahmen des Projektes BASAL, zu dem jetzt der Zwischenbericht Verbreitung, Zusammensetzung und geologische Lagerungsverhältnisse flach lagernder Steinsalzfolgen in Deutschland öffentlich zugänglich ist, wurden anhand von der BGR zugänglichen alten Daten gezielt nach flachen Salzlagerungen gesucht.

Acht unterschiedliche Salinarformationen in Deutschland in flacher Lagerung

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