BaSE: „Öffentlichkeitswirksame Kommunikation von Forschungsergebnissen“

Stelle zur Forschung am BaSE neu ausgeschrieben

Nach Weggang des Fachgebietsleiters FA 2 Forschung Standortauswahl und Öffentlichkeitsbeteiligung, Forschung nukleare Entsorgung und Sicherheit (übergreifende Themen) zur BGE, wurde jetzt die Stelle ausgeschrieben – siehe hier. Bemerkenswert ist darin die letzte Position in der Aufgabeliste:

Öffentlichkeitswirksame Kommunikation von Forschungsergebnissen

Kommunikation zu Forschungsergebnissen fand bisher nicht statt

Das BaSE zeichnete sich bisher dadurch aus, dass Forschungsergebnisse lange nach Ablauf des Projektzeitraums nicht veröffentlicht wurden – siehe Perkolation im Steinsalz (01.2018 – 12.2018) erster, zweiter, dritter, vierter und fünfter IFG-Antrag. Veröffentlicht wurde das Ergebnis schließlich im November 2020, fast zwei Jahre nach Ablauf des Projektzeitraums. Kommunikation zu den Forschungsergebnissen fand nicht statt. Lediglich unter Weitere Meldungen waren ein paar wenige Zeilen zu lesen – siehe hier.

Ähnliches spielt sich zurzeit offensichtlich beim Projekt Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche (04.2018 – 04.2020) ab.

Das BaSE beanspruchte bei der Forschung zur Endlagerfrage eine führende Rolle – siehe Erste Statuskonferenz des BfE im Absatz Das BfE als führend in der Forschung? Davon ist bisher noch nichts zu spüren gewesen. Wird sich das in Zukunft ändern?

Wissenschaftliche Fachtagung „Tage der Standortauswahl

Am 11./12.02.2021 fand die zweite wissenschaftliche Fachtagung Tage der Standortauswahl statt – dieses Mal organisiert von der TU Freiberg (Tagungsband). Die Veranstaltung gab einen guten Überblick über die derzeitigen Forschungsansätze. Die Ausführungen auf der kurz vorher stattgefundenen Fachkonferenz Teilgebiete fühlten sich dagegen eher altbacken an.

Aufgabe des BaSE aus § 5 Abs. 2 StandAG – Kommunikation zu Forschung

Das BaSE hat nach § 5 Abs. 2 StandAG die Aufgabe, über die Standortauswahl systematisch zu informieren. Dazu gehört auch die Information über die derzeitigen Forschungsansätze. Man kann nur hoffen, dass die bis zu fünf bei der Fachtagung erkenntlich anwesenden BaSE-Mitarbeiter*innen darüber in einem bürgerfreundlichen Format berichten werden. Denn sonst wird der Abstand zwischen den Regelungen im derzeitigen Auswahlverfahren und den neueren Forschungsansätzen zu groß und kann kaum noch überwunden werden. Weiterhin würde damit gezeigt werden, dass die Langzeitlagerung schädlicher Stoffe ein interessantes, dynamisches Wissensgebiet ist.

Dynamik hat nach oben noch Luft – chemo- und biotechnische Barrieren

Leider muss man feststellen, dass bei der Dynamik noch Luft nach oben ist. So wird das Problem der leicht freisetzbaren Spaltprodukte wie J-129, Cs-135, Cl-36, Ca-41, Se-79 und Tc-99 offensichtlich nicht gezielt angegangen.

Konsequenzenanalyse Konrad aus Endlagerung radioaktiver Abfälle als nationale Aufgabe, S. 42

endlagerdialog.de hat auf der Fachkonferenz Teilgebiete in der Arbeitsgruppe F2 Sicherheitsanforderungen und vorläufige Sicherheitsuntersuchungen (Präsentation siehe hier Seite 10, Text dazu hier PDF-Seite 47-50) wiederholt auf die Entwicklung von chemo- und bio- technischen Barrieren hingewiesen, die als Ergänzung zu geologischen, technischen und geotechnischen Barrieren angedacht werden sollten.

Chemische Barriere für Technetium und biologische Barriere für Uran?

Oder ist die auf der Tagung vorgestellte Arbeit Reductive immobilization of 99Tc(VII) by different crystalline phases of iron sulfide (FeS2) (Reader S. 151) schon der erste Schritt zu einer solchen chemotechnischen Barriere? Und für erste Ansätze für eine biotechnische Barriere bietet sich vielleicht der Beitrag Uranium(VI) reduction by a sulphate-reducing microorganism in Opalinus Clay pore water (Reader S. 147) an. Vielleicht gilt es, diese Dynamik zu entdecken und systematisch weiter zu verfolgen.

Wegfall von Hierarchiebarrieren

Über entsprechende Funktionen sind selbst bei Online-Veranstaltungen Informationsflüsse ohne Hierarchiebarrieren möglich. So konnte mit BGE-Mitarbeiter*innen geklärt werden, dass die benutzten 3D-Modelle der Länder von der BGE nicht anhand von Schichtverzeichnissen verifiziert wurden. Hier wurde sich auf die Expertise der Länder verlassen. Weiterhin wurde mitgeteilt, dass die Schichtverzeichnisse der bisher verwendeten Bohrungen im Datenbericht Teil 3 von 4 zu finden sind. Leider zeigen die Erfahrungen im Zusammenhang mit Teilgebiet 010_00TG, dass die Beantwortung von Fragen über den Hierarchieweg an die vier Monate in Anspruch nimmt.

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