Länder müssen Denkweise umkehren

Immer wieder wird von Landespolitikern in Verlautbarungen betont, dass das Endlagerproblem gelöst werden müsse. Aber das eigene Land sei für einen Endlagerstandort ungeeignet. Zwei Beispiele:

 

Eine Ausnahme macht hier das Land Baden-Württemberg. Das reicht jedoch nicht aus, um einen glaubwürdigen Suchprozess starten zu können, auch nicht zum Zusammenzimmern eines Endlagersuchgesetzes in Geheimverhandlungen. Hierzu ist die Denkweise grundsätzlich umzukehren.

Jedes Bundesland muss abschätzen, an welchen Stellen im eigenen Land Endlagerstandorte vorstellbar sind. Dazu sind die landesgeologischen Dienste gefragt, die inzwischen über 3-D-Modelle der Landesgeologie verfügen und Antworten auf ähnliche Fragestellungen – zum Beispiel zu Geothermiepotenzialen und Möglichkeiten der CCS-Technologie – ausgearbeitet haben (siehe Literatur unten). Jedes Bundesland muss wenigstens einen Standort benennen, ohne Ausnahme.

Selbst das Land Berlin ist da nicht außen vor. Schließlich gibt es rund um und unter dem Wannsee interessante Tonstrukturen. In der Gegend liegt bereits eine ehemalige Mülldeponie und wird ein Forschungsreaktor betrieben.

Sass, I., A. Hoppe, et al.(2011). Forschungs- und Entwicklungsprojekt „3D Modell der geothermischen Tiefenpotenziale von Hessen“ – Abschlussbericht.

Arndt, D., K. Bär, et al. (2011). „3D structural model of the Federal State of Hesse (Germany) for geopotential evaluation “ in: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 162(4): 353-369.

Bär, K., D. Arndt, et al. (2011). „3D-Modellierung der tiefengeothermischen Potenziale von Hessen – Eingangsdaten und Potenzialausweisung “ in: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 162(4): 371-388.

Hese, F. (2011). „Geologische 3D-Modelle des Untergrundes Schleswig-Holsteins – ein Beitrag für Potenzialstudien zur Nutzung von tiefen salinen Aquiferen “ in: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 162(4): 389-404.

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