Tonige Schicht durchzieht den Salzstock Gorleben

Pressemitteilung

Die neuste Pressemitteilung der BI Lüchow-Dannenberg macht die Konvergenz und eine tonige Schicht zum Thema, die den Salzstock Gorleben durchzieht.

Tonige Schicht – Gorleben-Bank

Diese Schicht hat eine Mächtigkeit von 3,5 bis 70 cm (siehe Standortbeschreibung Teil 3: Gorleben-Bank (z3OSM) im Mittleren Orangesalz). Sie hat bei der Erkundung des Salzstocks eine besondere Bedeutung: Sie dient als Leithorizont. Der Hintergrund ist, dass die Faltung im Salzstock recht komplex und unübersichtlich ist – siehe auch hier. Mit Hilfe dieses Horizonts – genannt Gorleben-Bank – ist eine Orientierung möglich.

Lösungs- und Gasvorkommen

Die Lösungs- und Gasvorkommen in der Gorleben-Bank wurden intensiv in der Dissertation von Dr. Günther Bäuerle behandelt – siehe hier.

5 Gedanken zu „Tonige Schicht durchzieht den Salzstock Gorleben

  1. In der Pressemitteilung steht nichts über die sog. Gorlebenbank, sondern lediglich über eine Äußerung Birkners und deren politischen Bezug zu Mc Allister hinsichtlich Konvergenzen und Rückholbarkeit. Grundsätzlich ist im Salzbergbau eine Rückholbarkeit auch nach Auflaufen der Konvergenzen möglich; jedoch ist der technische Aufwand größer.

    • Das ist richtig. In der jetzt verfügbaren Version der Pressemitteilung vom 05.12.2012 ist die „tonige Schicht“ nicht mehr enthalten. In der ursprünglichen Mitteilung muss es aber gestanden haben, sonst hätte ich es nicht aufgegriffen. Ich wollte das mit der „tonigen Schicht“ erklären, um die Situation zu versachlichen.

      Zur Frage der Konvergenz und Rückholbarkeit gibt es zwei Beiträge von mir: Rückholbar oder nicht? und Der Wahlkampf tobt – nichtrückholbar!

      Leider konnte ich immer noch keinen Blick in den ESDRED-Report Mod2-WP4-D4 werfen, der ja dieses Problem behandelt. Mehr Transparenz wäre eine gute Sache!

      • Im Internet geht nichts verloren. Die ursprüngliche Pressemitteilung vom 05.12.2012 hatte die Headline BI widerspricht Birkner: Konvergenzen im Salzstock Gorleben und “Gorlebener Platte”. So ist es recherchierbar auf http://www.contratom.de/nachrichten/suche/ mit dem Filter 05.12.2012. Der Text selber ist nachzulesen unter http://www.linkeblogs.de/hiksch/2012/12/bi-umweltschutz-widerspricht-umweltminister-stefan-birkner/

        Pressemitteilung 5.12.12

        Konvergenzen im Salzstock Gorleben und “Gorlebener Platte”
        BI widerspricht Birkner

        Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner bekräftigt seinen Standpunkt, ihm seien keine Ausschlussgründe für das Endlagerprojekt in Gorleben bekannt. Im Interview mit dem Deutschlandradio sagte der FDP-Politiker, es gäbe “bisher keine Erkenntnisse, die dafür sprechen, dass man Gorleben ausschließen müsste. Also kein K.o-Kriterium, das irgendwie erfüllt sei. ” Selbst die Konvergenzen in Salzgestein, die die Rückholbarkeit atomarer Abfälle aus einem Tiefenlager offensichtlich vereiteln, seien für ihn kein Ausschlussgrund. “Damit fällt er sogar seinem Kabinettschef David McAllister (CDU) in den Rücken, der Salz wegen der Konvergenzen als Wirtsgestein ausschließt”, heißt es seitens der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).

        “Birkner kennt offensichtlich nur die Stellungnahme der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, alle geologischen Fakten wie die Gasvorkommen und der Beleg, dass der Salzstock nicht gegen Wasser führende Schichten abgedichtet ist, scheint er zu ignorieren”, sagte der BI-Vorsitzende Martin Donat.

        Auch dass das Misstrauen in der Endlagerdebatte 30 Jahre lang gewachsen ist, weil Suchkriterien ständig an die schlechten geologischen Ergebnisse angepasst wurden, sei wohl an Birkner vorbei gegangen, wundert sich BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Dessen Anfrage beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte unlängst ergeben, dass auch ohne jeden weiteren Ausbau während der Zeit des 10jährigen Moratoriums in Gorleben über 11.000 Kubikmeter Salz wegen der Konvergenzen aufgehaldet werden mussten.

        An das BfS gerichtet fragt die BI, ob es nach neuen Erkenntnissen sogar eine tonige Schicht gibt, die den Salzstock Gorleben komplett durchzieht, die “Gorlebener Platte”. ”Konvergenzen ermöglichen Wasserzuflüsse, ein hinreichendes Deckgebirge fehlt, das würde noch getoppt durch eine Tonschicht, die sich durch das Salz zieht”, so Ehmke.

        Zwar war das BfS gefragt, eine Antwort ist mir aber nicht bekannt. Ich habe die Frage aufgegriffen und anhand der im Internet zugänglichen Unterlagen versucht zu beantworten.

  2. Die Pressemitteilung kannte ich nicht; dies ist aber nicht wichtig. Es läuft hier, wie es immer läuft: Bestimmte Leute stellen Behauptungen auf, die sie nicht annähernd beweisen können und konstruieren „Weltuntergangsszenarien“. Hauptsache, es reicht für einen „Presseaufreißer“. Weiter äußere ich micht nicht dazu. Ich bin nur der Meinung, dass geowissenschftliche Fragestellungen von geowissenschaftlichen Fachleuten und nicht von Experten beantwortet werden sollen.

    • Leider antworten aber die geowissenschaftlichen Fachleute nicht.
      Solche „Presseaufreißer“ wären nicht möglich, wenn die „Weltuntergangsszenarien“ auf sachliche Weise auf die Erde zurückgeholt werden würden. Von den geowissenschaftlichen Fachleuten ist jedoch immer nur Schweigen zu hören. Wo sind die vielen MitarbeiterInnen, die in den landesgeologischen Ämtern arbeiten, die an den vielen Hochschulen dieser Republik tätig sind und von den SteuerzahlerInnen bezahlt werden? Wo ist die pluralistische Vielfalt des geologischen Sachverstandes?

      Die Öffentlichkeit bekommt in der Regel nur die politisch geläuterte Monopolmeinung der BGR oder des BfS präsentiert. Doch die Welt ist bunter, insbesondere die geologische Welt ist bunter als die bunteste Blumenwiese!

      Hier ein Zitat aus einer Reportage im Deutschlandradio Kultur aus dem Jahre 2006 mit dem Titel Schweigen im Salzstock Gorleben:

      ….Ich möchte mich als Wissenschaftler äußern. Ich finde, in der Wissenschaft gibt es keine heiligen Kühe. Also man sollte sich immer wieder überlegen, was man macht…

      Wenn die WissenschaftlerInnen sich mehr zu Wort melden würden, würden auch die JournalistInnen bessere Arbeiten abliefern können.
      Was läuft hier eigentlich schief?

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