Sachsen-Anhalt: Rezente Spannungsfelder in der Umgebung von Salzstöcken

Veranstaltung Dialoggespräch – Rezente Spannungsfelder

Am 02. und 04.03.2021 veranstaltete das Umweltministerium Sachsen-Anhalt eine Videokonferenz mit dem Titel Dialoggespräch „Standortsuche – Und was bedeutet das für Sachsen-Anhalt“. In seinem Beitrag sprach der Leiter der Abteilung Geologischer Dienst im Landesamt für Geologie und Bergwesen, Herr Ehling, von rezenten Spannungsfeldern insbesondere in der Altmark. In einem anschließenden Pressetreffen konnte endlagerdialog.de aus wissenschaftsjournalistischer Sicht dazu noch einige Fragen stellen. Die gegenwärtigen Spannungsfelder seien insbesondere in der Nähe von jungen Salzstöcken zu beobachten. Diese sind daran zu erkennen, dass sie lediglich mit Material aus dem Quartär überdeckt sind. Bohrungen in den Randsenken haben sich hier wegen der Spannung im Gebirge als schwierig herausgestellt.

Tertiäre Tongesteine nach BGE potenzielle Endlagergesteine

Die BGE hat tertiäre Tongesteine als potenzielle Endlagergesteine angesehen. Insbesondere in Randsenken von Salzstöcken seien diese interessant, da hier eine entsprechende Verdichtung und Mächtigkeit nicht auszuschließen ist – siehe auch BGE-Vortrag auf den zweiten Tage der Standortauswahl, Seite 28. Spannungsfelder müssen dabei mit berücksichtigt werden.

Spannungsbetrachtungen, Beispiele aus Frankreich und der Schweiz

Auch im Beitrag zum Meuse/Haute-Marne-Untergrundlabor in Frankreich und zur Beurteilung des Langzeiterhalts der geologischen Barriere in der Schweiz spielen Spannungsbetrachtungen eine große Rolle – siehe hier, S. 27 ff. und S. 47 ff.

Spannungsfelder im Kristallin

Interessant ist, dass Spannungsfelder im Untergrund auch bei dem Einführungsvortrag auf der Fachkonferenz Teilgebiete von Herrn Wolfgramm erwähnt wurden – siehe hier, PDF-Seite 40-43. Diese spielen im Kristallin eine wesentliche Rolle bei der Tendenz von Störungen, sich zu öffnen oder zu schließen (Slip Dilatation Tendency analysis).

Betrachtung von Spannungen statt Erdbeben?

Erinnert sei auch an die ersten Tage der Standortauswahl, bei denen darauf hingewiesen wurde, dass das Ausschlusskriterium Erdbeben (§ 22 Abs. 2 Nr. 4 StandAG) für ein Endlager wenig Bedeutung hat, wohl aber in Hinblick auf die Langzeitsicherheit die Spannungszustände im Gebirge. Anzumerken ist dabei, dass die Endlagerkommission beim Kriterium zur Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften gegenüber den AkEnd-Empfehlungen (AkEnd-Empfehlungen, Kapitel 4.1.4.6, S. 150 ff.) erhebliche Kürzungen vorgenommen hat. Ob das gerechtfertigt war, kann endlagerdialog.de als Nichtgebirgsmechaniker nicht beurteilen.

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