Staatliche Kompetenz bei Strahlenschutz in der Entsorgung geschwächt

Fortbestehen des Fachgebiets SW 1.7 am BfS

endlagerdialog.de sah im Fortbestehen des Fachgebiets SW 1.7 Strahlenschutz in der Entsorgung am BfS die Chance, dass die Fragen des Strahlenschutzes unabhängig von Betreiber- und Risikomanagementaufgaben behandelt werden können, siehe Beitrag Chancen durch neue BfS-Präsidentin und Strahlenschutz in der Entsorgung.

Solide wissenschaftliche Basis?

So hätten zum Beispiel die dringenden Arbeiten für die Sicherheitsanforderungen bei der Endlagerung auf eine solide wissenschaftliche Basis gestellt werden können. Diese Arbeiten stehen unmittelbar an, da nach § 26 StandAG Sicherheitsanforderungen für Endlager zu erstellen und regelmäßig zu novellieren sind. Da diese Anforderung auch für die Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen nach § 27 StandAG benötigt werden, bleibt nicht viel Zeit.

Fachgebiet Strahlenschutz in der Entsorgung abgeschafft

Sieht man sich das neuere Organigramm des BfS an, so stellt man fest, dass das Fachgebiet gelöscht wurde. Folgende Fragen stehen jetzt im Raum:

  • Wird das BfS als für Strahlenschutz zuständige Bundesoberbehörde trotzdem in die laufenden Arbeiten zu den Sicherheitsanforderungen eingebunden?
  • Welches Fachgebiet ist im BfS dafür zuständig?
  • Oder spielt der wissenschaftliche Strahlenschutz keine Rolle bei diesen Arbeiten?

Auch bei der Zwischenlagerung stehen diverse Strahlenschutzfragen an.

  • Wie geht man mittelfristig mit den hohen Neutronenstrahldichten an den Tragzapfen der Zwischenlagerbehälter um?
  • Gibt es dadurch eine Strahlenbelastung über Aktivierungsprodukte außerhalb des Lagerzauns?
  • Wie sieht es mit der Freimessung beim Rückbau von AKWs aus? Genügt die bisherige Praxis wirklich allen drei Strahlenschutzgrundsätzen?

Wird Wissenschaft durch Politik ersetzt?

Oder wird die Wissenschaft durch die Politik ersetzt? Erinnert sei an die Aussetzung des Strahlenschutzgrundsatzes der Rechtfertigung durch die Politik im Falle der Asse II.

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