Die Schönfärberei im BfS-Jahresbericht

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BfS-Jahresbericht

Im Jahresbericht 2011 des BfS findet sich auf Seite 139 unter der Überschrift Der Erörterungstermin. Wichtiger Schritt für die Stilllegung des Endlager Morsleben die Textstelle:

Diese Anhörung findet vom 13. bis 25. Oktober in Oschersleben satt. An den insgesamt neun Verhandlungstagen des Erörterungstermins stehen die Fachleute des BfS den Bürgerinnen, Bürgern und Umweltverbänden Rede und Antwort.

Das hört sich gut an.

Die Realität Weiterlesen

Werden alle zu verfüllenden Bohrungen gefunden?

Alte Bohrungen

Neben Strecken müssen auch alte Bohrungen abgedichtet werden, wenn dadurch Abdichtungen umströmt werden können. Die Schachtanlage Bartensleben ist schon gut hundert Jahre alt, und es ist davon auszugehen, dass die Dokumentation der Bohrungen im sogenannten Risswerk doch nicht vollständig ist.

Zum Beispiel Bohrung RB 606

Weiterhin ist wohl die Dokumentation bekannter Bohrungen durch das BfS nicht verlässlich. So wurde die Bohrung RB 606 nach der Unterlage DBE M3711 im Jahr 2001 verfüllt, in den Genehmigungsunterlagen P145 und G148 aus dem Jahr 2002 ist sie dagegen als zu verfüllende Bohrung aufgeführt. Weiterlesen

Schutzziele bei der Endlagerung und Risikokonzept

Verkürzung der Schutzziele beim Endlager Morsleben

Bei der neuerlichen Inaugenscheinnahme des Endlagers Morsleben am 06.11.2012 durch interessierte EinwenderInnen und andere wurde wiederholt argumentiert, dass die Schutzziele nachweislich eingehalten werden. Bezogen wird sich dabei auf den Grenzwert in § 47 der Strahlenschutzverordnung von 0,3 mSv/Jahr, der für in Betrieb befindliche kerntechnische Anlagen gilt. Dieser Wert wird in den Prognosemodellrechnungen weit unterschritten.

Die Schutzziele im Atomgesetz

Aber sind dies wirklich die Schutzziele, die dem Atomgesetz gerecht werden? Da hilft ein Blick in das Gesetz weiter:

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ERAM: Probleme mit den Abdichtungen

Vor einem Jahr

Vor einem Jahr wurde auf dem Erörterungstermin klar, dass die Qualität der Abdichtungen, wie sie vom BfS in den Modellrechnungen angesetzt wird, nicht oder noch nicht erreicht wird. Insbesondere der gescheiterte in situ-Versuch zur Anhydrit-Abdichtung machte das deutlich. Damals wurde vom BfS zugesichert

Wir werden den Bericht über den Versuch in Bleicherode veröffentlichen, sobald er vorliegt (Wortprotokoll S. 3-10).

Doch der Bericht ist immer noch nicht zu finden. Es fällt wohl schwer, einen Bericht zu einem gescheiterten Versuch vorzulegen. Da wartet man offensichtlich so lange, bis der Versuch irgendwann mal gelingt.

Akteneinsicht

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Ist die Abdichtung des Nordfeldes möglich/nötig?

Die Vorlagen des BfS

Der vom BfS vorgelegte Plan zur Stilllegung des Endlagers kommt auf Seite 130 zu der Feststellung:

Die Abdichtung der Einlagerungsbereiche Nordfeld, Zentralteil und UMF ist wegen hoher Durchbauungsgrade und der dort vorhandenen ungünstigen gebirgsmechanischen und hydraulischen Verhältnisse mit der Folge von großräumigen Auflockerungen und Rissbildungen nicht möglich. Dies ist aber auch nicht notwendig, weil das Aktivitätsinventar im Nordfeld und Zentralteil verhältnismäßig gering ist und im UMF nur kurzlebige Radionuklide eingelagert wurden (siehe Kapitel 2.1.4).

Ähnliches liest man in Nachweis der radiologischen Langzeitsicherheit auf Seite 44:

Keine Abdichtung der Einlagerungsbereiche Nordfeld und Zentralteil von der Restgrube
Eine belastbare hydraulische Abdichtung der Einlagerungsbereiche Nordfeld und Zentralteil von der Restgrube ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten mit vertretbarem Aufwand nicht möglich und – wie gezeigt werden wird – für die Langzeitsicherheit auch nicht notwendig.

Im Erörterungstermin

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ERAM-Sicherheitsanalyse: Programmierfehler nicht systematisch ausgewertet

Verweigerte Versionshistorie

Die Langzeitsicherheit des Endlagers Morsleben wurde nach Aussagen des BfS nachgewiesen. Grundlage sind Modellrechnungen mit den zwei unterschiedlichen Computerprogrammen EMOS und PROSA. Während des Erörterungstermins wurden von den Einwendern gefordert, die Entwicklung dieser Berechnungen – auch Versionshistorie genannt – offenzulegen (siehe Wortprotokoll S. 3-23 bis 3-31).

Fehlerkultur

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