40 Jahre Strahlenschutzkommission: Der Jubel hält sich in engen Grenzen

ssk_lobLob der Ministerin

Vor 40 Jahren wurde die Strahlenschutzkommission als unabhängiges Gremium zur Beratung des Bundesumweltministeriums eingerichtet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lobte zu diesem Anlass die hohe Kompetenz der Kommission. Dem kann leider nicht ganz gefolgt werden.

Unabhängige  WissenschaftlerInnen?

Betont werden muss, dass die Mitglieder zwar vom Umweltministerium unabhängig sind und ehrenamtlich die Kommissionsarbeit durchführen, aber natürlich in bezahlte Berufstätigkeiten und damit Abhängigkeiten eingebunden sind. Siehe auch Beitrag Internationaler Strahlenschutz: Wissenschaft oder interessengeleitete Mafia?

Risikoabschätzung oder Risikomanagement

Als kritisch muss angesehen werden, dass nicht klar wird, ob die SSK mit ihren Empfehlungen Risikoabschätzung oder Risikomanagement betreibt, siehe Kommentar von Herrn Scherb und folgende. Weiterlesen

Planfeststellung für ERAM-Schließung nicht vor 2018

PICT0031Mindestens fünf Jahre noch

Anlässlich der Fünften gemeinsamen Befahrung des Endlagers Morsleben im Nachgang zum Erörterungstermin haben die Vertreter des BfS am 06.11.2013 mit großer Offenheit dargelegt, dass noch mindestens fünf Jahre benötigt werden, um weitere Unterlagen zur Planfeststellung der Schließung des ERAM zu erarbeiten. Seitens der Genehmigungsbehörde wird deshalb inzwischen von einem Mehrgenerationenprojekt gesprochen. Diese neue zeitliche Ausrichtung hat im Wesentlichen folgende zwei Gründe.

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Der sogenannte „Langzeitsicherheitsnachweis“ zum ERAM ist – vorerst? – gescheitert

langz_ERM_gestrHintergrund

Die Sicherheitskriterien von 1983 sind nicht mehr Stand von Wissenschaft und Technik. Deshalb wurden für hochradioaktive Abfälle die Sicherheitsanforderungen von 2010 erstellt. Offensichtlich wurde auf die hochradioaktiven Abfälle eingeengt, um nicht die Projekte ERAM, Konrad und Asse insgesamt betrachten und eventuell revidieren zu müssen.

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Der Offenbarungseid: Endlagerkommission des Bundes zum Morsleben-„Langzeitsicherheitsnachweis“

BI_morslDie Entsorgungskommission hat nach gut einem Jahr Arbeit nun eine Stellungnahme zum vom BfS vorgelegten sogenannten Langzeitsicherheitsnachweis  für das Endlager Morsleben veröffentlicht.

Neben der Tatsache, dass die Endlagerung der zwischengelagerten Abfälle dabei nicht betrachtet wurde – siehe hier – , sind viele Punkte in dem 50-seitigen Papier zu finden, die für das Instrument  Langzeitrisikoanalyse im Allgemeinen auch im Hinblick auf andere Endlager interessant sind.

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Entsorgungskommission liefert nach einem Jahr nur halbe Arbeit

esk2Stellungnahme zur Langzeitrisikoanalyse ERAM

Die Entsorgungskommission (ESK) wurde nach dem Erörterungstermin vom Bundesumweltministerium beauftragt, zur Langzeitrisikoanalyse – von BfS, BMU und ESK auch Langzeitsicherheitsnachweis genannt – für das ERAM eine Stellungnahme abzugeben. Nach gut einem Jahr liegt jetzt das Ergebnis vor.

Nur die Hälfte der Arbeit gemacht

Nach Durchsicht der 50 Seiten muss man feststellen, dass die Entsorgungskommission und insbesondere der ESK-Ausschuss Endlagerung Radioaktiver Abfälle (EL) nur die Hälfte der Arbeit gemacht haben. Die Damen und Herren

Die Schönfärberei im BfS-Jahresbericht

jb_bfs_2011
 
BfS-Jahresbericht

Im Jahresbericht 2011 des BfS findet sich auf Seite 139 unter der Überschrift Der Erörterungstermin. Wichtiger Schritt für die Stilllegung des Endlager Morsleben die Textstelle:

Diese Anhörung findet vom 13. bis 25. Oktober in Oschersleben satt. An den insgesamt neun Verhandlungstagen des Erörterungstermins stehen die Fachleute des BfS den Bürgerinnen, Bürgern und Umweltverbänden Rede und Antwort.

Das hört sich gut an.

Die Realität Weiterlesen

Werden alle zu verfüllenden Bohrungen gefunden?

Alte Bohrungen

Neben Strecken müssen auch alte Bohrungen abgedichtet werden, wenn dadurch Abdichtungen umströmt werden können. Die Schachtanlage Bartensleben ist schon gut hundert Jahre alt, und es ist davon auszugehen, dass die Dokumentation der Bohrungen im sogenannten Risswerk doch nicht vollständig ist.

Zum Beispiel Bohrung RB 606

Weiterhin ist wohl die Dokumentation bekannter Bohrungen durch das BfS nicht verlässlich. So wurde die Bohrung RB 606 nach der Unterlage DBE M3711 im Jahr 2001 verfüllt, in den Genehmigungsunterlagen P145 und G148 aus dem Jahr 2002 ist sie dagegen als zu verfüllende Bohrung aufgeführt. Weiterlesen

Schutzziele bei der Endlagerung und Risikokonzept

Verkürzung der Schutzziele beim Endlager Morsleben

Bei der neuerlichen Inaugenscheinnahme des Endlagers Morsleben am 06.11.2012 durch interessierte EinwenderInnen und andere wurde wiederholt argumentiert, dass die Schutzziele nachweislich eingehalten werden. Bezogen wird sich dabei auf den Grenzwert in § 47 der Strahlenschutzverordnung von 0,3 mSv/Jahr, der für in Betrieb befindliche kerntechnische Anlagen gilt. Dieser Wert wird in den Prognosemodellrechnungen weit unterschritten.

Die Schutzziele im Atomgesetz

Aber sind dies wirklich die Schutzziele, die dem Atomgesetz gerecht werden? Da hilft ein Blick in das Gesetz weiter:

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